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11. Juni 2026 7 min Lesezeit von Matthias Bigl

Website erstellen lassen: Der ehrliche Ablauf und was Sie vorher vorbereiten müssen

Website erstellen lassen in Österreich: Der ehrliche Ablauf, was Sie als KMU vorbereiten müssen, die 3 Gründe, warum Projekte wirklich scheitern, und eine Checkliste für den perfekten Start.

Website erstellen lassen: Der ehrliche Ablauf und was Sie vorher vorbereiten müssen

Sie haben sich entschieden. Eine neue Website soll her. Vielleicht ist die alte von 2014 und sieht am Handy aus wie ein Fax. Vielleicht haben Sie noch gar keine. Egal: Sie googeln "Webdesigner Wien" oder "Website erstellen lassen Österreich", rufen drei Leute an, und dann passiert wochenlang nichts.

Das ist kein Zufall. Und es liegt selten am Webdesigner.

In meiner Praxis als Webentwickler in Wien und Korneuburg sehe ich immer das gleiche Muster: Projekte, die 3 Monate dauern sollten, ziehen sich über 6 Monate. Nicht, weil die Technik kompliziert wäre. Sondern weil niemand dem Kunden vorher gesagt hat, was ER vorbereiten muss. Laut Statistik Austria (Oktober 2025) haben mittlerweile 92 % der österreichischen Unternehmen eine Website. Aber eine Website zu haben und eine GUTE Website zu haben sind zwei völlig verschiedene Dinge. Die IONOS Digitalisierungsstudie 2025 zeigt, dass die größten Hürden für KMU bei der Digitalisierung Kosten, Bürokratie und fehlendes Know-how sind. 82 % der befragten KMU sehen digitale Transformation als überlebenswichtig an, aber bei der Umsetzung hapert es.

Dieser Artikel ändert das. Ich zeige Ihnen den kompletten Prozess einer Website-Erstellung aus der Perspektive des Kunden. Nicht aus der des Designers. Denn am Ende entscheidet Ihre Vorbereitung darüber, ob Sie in 4 Wochen eine fertige Website haben oder in 4 Monaten immer noch auf Texte warten.

Phase 1: Die Hausaufgaben (bevor Sie irgendwen anrufen)

Bevor Sie auch nur ein Angebot einholen, brauchen Sie Klarheit über vier Dinge. Das klingt simpel, aber Erfahrungsgemäß scheitern die meisten Projekte genau hier.

Erstens: Ihr Ziel. Was soll die Website konkret erreichen? "Mehr Kunden" ist kein Ziel. "Pro Woche 3 neue Terminbuchungen über die Website" ist ein Ziel. "Mein Telefon soll weniger läuten, weil Kunden online buchen" ist ein Ziel. Schreiben Sie es auf. Ein Satz reicht.

Zweitens: Ihre Zielgruppe. Wer soll die Website besuchen? Der Installateur-Notdienst am Sonntag hat eine andere Zielgruppe als der Steuerberater, der Ärzte als Mandanten sucht. Je genauer Sie wissen, wer Ihre Kunden sind, desto besser wird die Website.

Drittens: Ihre Konkurrenz. Schauen Sie sich 3 bis 5 Websites Ihrer direkten Mitbewerber an. Nicht, um sie zu kopieren. Sondern um zu verstehen, was in Ihrer Branche Standard ist und wo Sie sich abheben können. Machen Sie Screenshots. Notieren Sie, was Ihnen gefällt und was nicht.

Viertens: Ihr Budget. Seien Sie ehrlich mit sich selbst. Eine professionelle Website für ein Kleinunternehmen kostet in Österreich typischerweise zwischen €2.000 und €8.000, je nach Umfang. Wenn Ihr Budget bei €500 liegt, ist ein Website-Baukasten vielleicht die bessere Wahl . Das ist kein Urteil, das ist Realität. Wer die echten Website-Kosten für Kleinunternehmen kennt, vermeidet Enttäuschungen.

Diese vier Punkte brauchen keine Woche Arbeit. Zwei Stunden an einem ruhigen Abend reichen. Aber diese zwei Stunden sind der Unterschied zwischen einem Projekt, das läuft, und einem, das ewig vor sich hin köchelt.

Phase 2: Das Erstgespräch (und wie Sie es nicht vergeuden)

Sie haben Ihre Hausaufgaben gemacht. Jetzt kommt das Erstgespräch mit dem Webdesigner. Die meisten Kunden gehen da rein wie zum Arzt: "Hier bin ich, machen Sie mal." Das Ergebnis: Der Designer muss alles aus Ihnen herausfragen, was Sie in Phase 1 schon hätten aufschreiben können.

Ein gutes Erstgespräch dauert 45 bis 60 Minuten. Der Designer sollte Fragen stellen zu Ihrem Geschäft, Ihren Kunden, Ihren Zielen. Wenn das Gespräch nur über Farben und Schriften geht, ist das ein Warnsignal. Design ist das Letzte, was bei einem Website-Projekt entschieden wird, nicht das Erste.

Was Sie zum Gespräch mitbringen sollten: Ihre Notizen aus Phase 1. Screenshots der Konkurrenz-Websites. Ihr bestehendes Logo, falls vorhanden, idealerweise als Vektordatei. Ihre Firmenfarben, falls definiert. Und eine Liste der Seiten, die Sie brauchen. Startseite, Über uns, Leistungen, Kontakt: das ist Standard. Aber brauchen Sie auch eine Team-Seite? Eine Seite für Ihre Referenzen? Einen Blog? Je klarer Ihre Startseite strukturiert ist, desto schneller geht das Projekt.

Und dann der heikle Punkt: Texte und Fotos. Die meisten Webdesigner erwarten, dass Sie diese liefern. Manche bieten Texterstellung als Zusatzleistung an, manche nicht. Klären Sie das im Erstgespräch. Denn fehlende Texte sind der absolut häufigste Grund, warum Website-Projekte monatelang auf Eis liegen. Wie es ein deutsches Webdesign-Studio in seinem FAQ formuliert: "Verzögerungen haben meist mit fehlendem Content zu tun."

Phase 3: Design und Entwicklung (was hinter der Kulisse passiert)

Nach dem Erstgespräch beginnt die eigentliche Arbeit. Zuerst entsteht meist ein Wireframe: eine Art Bauplan Ihrer Website, ohne Farben und Bilder, nur Struktur. Stellen Sie sich das vor wie den Grundriss einer Wohnung, bevor die Möbel kommen. Sie sehen, wo was steht, aber es sieht noch nicht nach "Zuhause" aus.

Dann kommt das Design: Farben, Typografie, Bilder, Layout. Hier sehen Sie zum ersten Mal, wie Ihre Website ungefähr aussehen wird. In dieser Phase ist Feedback wichtig, aber auch gefährlich. Der Satz "Ich weiß nicht genau, was ich will, aber das ist es nicht" kostet Sie Zeit und Geld. Besser: "Der blaue Button passt nicht zu unserem Corporate Design, bitte in Dunkelgrün ändern." Konkrete Anmerkungen beschleunigen das Projekt. Zwei bis drei Feedback-Runden sind Standard, danach wird es teuer.

Parallel oder danach beginnt die Entwicklung: Das Design wird in funktionierenden Code verwandelt. Ich setze auf SvelteKit , ein modernes Framework, das Websites deutlich schneller macht als klassische WordPress-Installationen. Ein guter Lighthouse-Score über 90 bei Performance sollte das Ziel sein. Das bedeutet: Ihre Seite lädt in unter 2 Sekunden, auch am Handy.

Während dieser Phase sollten Sie Ihre finalen Texte liefern. Nicht "ungefähr" oder "demnächst". Fertig. Denn eine Website ohne Texte ist wie ein leeres Schaufenster: technisch perfekt, aber niemand geht rein.

Die 3 Gründe, warum Website-Projekte wirklich scheitern

In meiner Laufbahn habe ich Dutzende Website-Projekte begleitet, eigene und die von Kollegen. Die Gründe für Verzögerungen sind immer die gleichen drei. Und keiner davon hat mit Technik zu tun.

Grund 1: Fehlende Texte. Der Webdesigner wartet auf Ihre Inhalte. Sie haben keine Zeit zum Schreiben. Wochen vergehen. Der Designer hat mittlerweile drei andere Projekte angenommen. Ihr Slot ist weg. Aus 4 Wochen werden 12. Die Lösung: Schreiben Sie Ihre Texte VOR dem Projektstart. Oder beauftragen Sie einen Texter. Das kostet extra, spart aber Monate.

Grund 2: Fehlende Entscheidungsbefugnis. Der Designer schickt Entwürfe, aber die Person, die sie bekommt, darf nicht entscheiden. "Da muss ich erst meinen Partner fragen." Jede Feedback-Runde verdoppelt sich. Die Lösung: Klären Sie VOR dem Projekt, wer die finale Entscheidung trifft. Und geben Sie dieser Person direkten Zugang zum Designer.

Grund 3: Scope Creep. "Könnten wir nicht auch noch einen Online-Shop dazu machen? Und einen Blog? Und eine App?" Ja, könnten wir. Aber jedes zusätzliche Feature verschiebt den Launch. Die Lösung: Definieren Sie den Umfang VOR dem Start. Schreiben Sie auf, was in Version 1 rein muss und was Sie später machen. Ein Blog ist toll, aber er gehört nicht auf die Checkliste für den Launch.

Was nach dem Launch passiert (und warum es nicht aufhört)

Ihre Website ist online. Herzlichen Glückwunsch. Aber der Launch ist nicht das Ende, er ist der Anfang. Google braucht Wochen, um Ihre Seite zu indexieren und zu bewerten. Frischer Content und regelmäßige Updates sind der Treibstoff für Ihre Sichtbarkeit.

Planen Sie ein, Ihre Website mindestens einmal pro Monat zu aktualisieren. Neue Referenzen, aktuelle Öffnungszeiten, ein Blogartikel. Und vergessen Sie nicht: Eine Website braucht Wartung. Sicherheitsupdates, Backups, SSL-Zertifikate: das sind die unsichtbaren Dinge, die Ihre Website am Laufen halten. Was Website-Wartung wirklich kostet , überrascht die meisten positiv.

Ihre Checkliste: So starten Sie vorbereitet

Hier ist Ihre Zusammenfassung. Wenn Sie diese Punkte abhaken können, sind Sie bereit für das Erstgespräch:

Sie kennen Ihr konkretes Website-Ziel (nicht "mehr Kunden", sondern "3 Buchungen pro Woche"). Sie wissen, wer Ihre Zielgruppe ist. Sie haben 3 bis 5 Konkurrenz-Websites analysiert und Screenshots gemacht. Sie haben Ihr Budget definiert und kennen die realistischen Kosten . Sie haben alle Texte geschrieben oder einen Texter beauftragt. Sie haben Fotos organisiert: professionelle Business-Fotos oder zumindest hochwertige Handyfotos bei gutem Licht. Sie haben Ihr Logo als Vektordatei (oder zumindest als hochauflösendes PNG). Sie wissen, welche Seiten Sie brauchen. Sie haben geklärt, wer die finale Entscheidung trifft.

Bonus-Tipp für Österreich: Prüfen Sie, ob Sie die KMU.DIGITAL Förderung nutzen können. Das Programm von WKO und Bundesministerium bezuschusst Digitalisierungsprojekte für KMU: bis zu €1.400 für Beratung und Umsetzung. Das ist Geld, das Ihnen der Staat schenkt, wenn Sie es richtig beantragen. Das Programm läuft noch bis 2026, es ist also noch Zeit.

Und noch ein letzter Punkt, den viele vergessen: Ihre Website muss rechtlich korrekt sein. Impressum, Datenschutzerklärung, Cookie-Banner: das klingt lästig, aber eine Abmahnung kostet mehr als die ganze Website. Ihr Webdesigner sollte das kennen und umsetzen.

Wenn Sie diesen Artikel bis hierher gelesen haben, wissen Sie mehr über den Website-Prozess als 90 % der Kunden, die beim Webdesigner anrufen. Das ist Ihr Vorteil. Nutzen Sie ihn. Bereiten Sie sich vor, und Ihr Projekt wird nicht nur schneller fertig, es wird besser. Schauen Sie sich mein Website-Angebot an oder schreiben Sie mir direkt . Ich melde mich innerhalb von 24 Stunden und erzähle Ihnen im Erstgespräch nichts, was Sie nicht schon wissen.

Photo by Vitaly Gariev on Unsplash

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